Rechtzeitig dem demographischen Wandel vorbeugen
Business-Talk im Jobcenter
10.01.2012 - Geburtenrückgang, Abwanderungen, Fach- und Hilfskräftemangel - die demographische Entwicklung in Deutschland wird fast täglich in den Medien thematisiert. Doch was auf den ersten Blick pauschal erscheint, hat für die Arbeitgeber vor Ort konkrete Folgen. Am vergangenen Dienstag trafen sich die Mitglieder des BVMW - Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft - zu einem Business-Talk im Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA), um genau diese zu diskutieren.
„Das Thema Demographie geht uns alle an", brachte Peter Staudt, Leiter des Kreisverbandes des BVMW die Wichtigkeit des Themas auf den Punkt. „Eine erfolgreiche Personalführung und eine zukunftsorientierte Personalplanung sichern langfristig den Erfolg eines Unternehmens." Damit gerade Arbeitgeber, die viele Frauen und Männer beschäftigen, den Überblick über die eigene Personalstruktur behalten, präsentierten zwei Mitarbeiter und Demographieberater des Jobcenters die Möglichkeiten der Altersstrukturanalyse. „Nachdem wir die Personaldaten des Unternehmens erfasst haben, können wir berechnen, wann es zum Beispiel in einer Abteilung zu personellen Engpässen kommen wird", erläuterte Martin Olschefski. „So können wir an einem Beispiel erläutern, dass der Arbeitgeber in fünf Jahren mit personellen Engpässen in der Einkaufsabteilung rechnen muss. Denn dann gehen drei Mitarbeiter in Rente und es gibt keine Nachwuchskräfte, die jünger als 45 Jahre alt sind. Das Unternehmen hat hier eindeutig schon heute einen Handlungsbedarf, denn es muss frühzeitig neue Mitarbeiter aufbauen." Wie weitgehend die Folgen für die verschiedenen Unternehmen sind, ist vielen Unternehmen in der Region nicht bewusst. „Bei unseren kostenlosen Demographieberatungen haben wir festgestellt, dass die Auswirkungen der demographischen Entwicklung oft unterschätzt werden. Erst nach einer ausführlichen Analyse und Aufbereitung der Daten wird das Thema angegangen", so Olschefski.
Thaddäus Rohrer, Unternehmensberater und Personalberater, stellte in seinem Impulsvortrag „Kündigung des Arbeitnehmers - Beweggründe und Gegenmaßnahmen" die Grundlagen einer guten Personalführung vor. „ Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ein Unternehmen zu binden, müssen sie Anreize schaffen und damit meine ich nicht die Bezahlung", schilderte Rohrer. „Viel mehr geht es darum die Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern zu verdeutlichen und sie durch Gesundheitsprogramme und zum Beispiel Kinderbetreuungsangebote zu entlasten. Diese Faktoren werden zukünftig immer wichtiger werden, da die Arbeitnehmer zwischen mehreren Arbeitsstellen wählen können."
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